„Hilfe – ich seh’ doppelt!“

Wer „doppelt“ sieht, muss nicht unbedingt betrunken sein – auch wenn der Volksmund das nahe legt. „Ich sehe doppelt“ – diese Umschreibung für übermäßigen Alkoholgenuss kann auch Indiz für einen versteckten, aber weit verbreiteten Bildlagefehler im menschlichen Auge sein, der ursächlich für das „doppelte Sehen“ verantwortlich ist.
Haben Sie sich schon einmal gefragt, warum der Mensch zwei Augen hat? Nun, die Antwort ist einfach: Nur durch das Zusammenspiel beider Augen können wir räumlich sehen. Dazu müssen sich beide Augen auf das Objekt unseres Sehens ausrichten, das – im Idealfall – genau in der Mitte der Netzhautgrube abgebildet wird. Die von der Optik des Augapfels dorthin projizierten Bilder in den beiden Augen werden vom Gehirn zu einem einheitlichen räumlichen Seheindruck verarbeitet. Bei mehr als der Hälfte der Bevölkerung ist dies jedoch nicht bzw. nur unter erheblichen Anstrengungen für die Augenmuskulatur der Fall. Sie sind winkelfehlsichtig. Ein winkelfehlsichtiger Mensch sieht aber nicht unbedingt schlecht. Im Gegenteil: Manche haben sogar Adleraugen. Doch um wirklich gut sehen zu können, muss sich der Winkelfehlsichtige – oft unbewusst – anstrengen, was zu Beschwerden führen kann.
Ausgangssituation
Konsequenz
Korrektion durch Prismen
Beim entspannten Sehen führt eine Fehlstellung der Winkel von rechtem und linkem Auge zu einer nicht-idealen Bildlage und damit zu einem unscharfen, im Extremfall doppelten Bild.
Die Augenmuskulatur kompensiert diese Fehlstellung: Das Bild wird eindeutig. Aber die einseitige Daueranspannung des betroffenen Muskels kann zu Kopfschmerzen und anderen Beschwerden führen.
Prismatische Sehhilfen sorgen für einen optimalen Seheindruck bei gleichzeitig entspannter Augenmuskulatur.
Das ständige "Anziehen" der Bewegungsmuskeln zur Vermeidung eines Doppelbildes – ähnlich wie beim Schielen – ist mit einem hohen Energieverbrauch verbunden. Energie, die der Körper eigentlich für andere Aufgaben benötigt. Die pausenlose Beanspruchung kann zu Kopfschmerzen, Migräne, Augentränen, Ermüdung, Reiben, Konzentrationsschwierigkeiten, hoher Lichtempfindlichkeit und einem schlechtem Augenmaß führen. Beim Lesen kann es dazu kommen, dass Zeilen oder Buchstaben ineinander rutschen oder die Schrift verschwimmt. Im fahrenden Auto zu lesen ist in der Regel nicht möglich; besonders bei Kindern können sogar Bauchschmerzen und Übelkeit auftreten. Besonders Ballsportarten bereiten einem winkelfehlsichtigen Menschen Schwierigkeiten ebenso wie Tennis, Golf und Badminton, bei denen es auf das genaue Zielen ankommt. Und wer beim Einparken häufiger „Tuchfühlung“ mit der Stoßstange des Nachbarautos hat, benötigt möglicherweise weniger eine akustische Einparkhilfe als eine prismatische Brille, die seinen vermutlich vorhandenen Bildlagefehler optimal korrigiert.
3d Es treten aber auch Beschwerden auf, die nicht ohne Weiteres ausgerechnet eine Fehlstellung der Augen vermuten lassen. So können Kinder mit 100%iger Sehschärfe (sogenannten "Adleraugen"), aber einer ausgeprägten Winkelfehlsichtigkeit schon früh in ihrer Entwicklung erhebliche Mühen haben, wenn es darum geht, ohne Hilfe sicher eine Treppe hinabzusteigen, die Balance zu halten, die Uhrzeit abzulesen, ein Bild auszumalen oder eine Figur auszuschneiden, weil die Abbildung im Auge nicht mit der Wirklichkeit übereinstimmt. Und selbst eine schlechte Handschrift, Schwindel und Höhenangst können Anzeichen einer nicht-idealen Bildlage sein.

Als Spezialisten für gutes Sehen widmen wir unsere besondere Aufmerksamkeit dem Auffinden nicht-idealer Bildlagen. Hierbei gelangt mit der MKH- Methodik eine sensible optometrische Untersuchungsmethode zur Anwendung, mit deren Hilfe auch seitliche Bildlagefehler sicher identifiziert und korrigiert werden können. Die augenoptische Korrektion erfolgt in der Regel mit genau definierten prismatischen Brillenlinsen, die das Bild in der Mitte der Netzhautgrube abbilden, den Augenmuskeln damit das ständige "Anziehen" abnehmen und so ein entspanntes Sehen ermöglichen. Sie werden sehen!